GEW Kreisverband Neumünster
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Berufliche Bildung
GEW:„Kein SHIBB ins Wirtschaftsministerium - beispiellose Aufspaltung der Zuständigkeiten!“

Die Zuständigkeit für die Berufsbildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein gehört nicht ins Wirtschaftsministerium. Bestärkt sieht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein in ihrer Forderung durch ein Gutachten.
 

07.09.2018

Bildungsgewerkschaft zu den Plänen der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung, die Zuständigkeit für Berufsbildende Schulen mit einem Institut ins Wirtschaftsministerium zu verlagern

 

Frankfurt a. M./Kiel – Die Zuständigkeit für die Berufsbildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein gehört nicht ins Wirtschaftsministerium. Bestärkt sieht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein in ihrer Forderung durch das Gutachten „Berufsbildende Schulen steuern“ (www.gew-sh.de/shibb) des renommierten Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Michael Wrase (Hildesheim/Berlin).

Folglich hat die GEW Schleswig-Holstein die Landesregierung aufgefordert, die Zuständigkeit weiterhin beim Bildungsministerium zu belassen. „Es ist auch aus Sicht des Verfassungsrechts bedenklich, dass die Landesregierung den historisch einmaligen und bislang im Schulgesetz nicht vorgesehenen Schritt zur Aufspaltung der Zuständigkeiten der Schulaufsicht über die allgemeinbildenden und die berufsbildenden Schulen ohne eine vorherige unabhängige und ergebnisoffene bildungs- und organisationswissenschaftliche Begutachtung vornehmen möchte“, heißt es u.a. in dem Gutachten.

„Wir haben genug von politischen Experimenten à la G8/G9 auf dem Rücken von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Die Landesregierung soll es bei den bewährten Strukturen im Bildungsministerium belassen. Berufliche Schulen und allgemeinbildende Schulen gehören in ein Ministerium“, fordert Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein.  Wolle die schleswig-holsteinische Landesregierung die Berufliche Bildung in einem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) zusammenfassen, so komme als Rechtsform die eines Landesamts infrage, so der Befund des Gutachtens.

„Die proklamierten Ziele des SHIBBs -  die Bündelung der Fragen beruflicher Bildung sowie die effiziente Aufgabenwahrnehmung – können höchstens im Zuständigkeitsbereich des MBWK erreicht werden“, zitiert die Gewerkschafterin aus dem Gutachten. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass für die Errichtung kein reiner Organisationsakt der Landesregierung ausreiche, sondern es eines Parlamentsgesetzes durch den Schleswig-Holsteinischen Landtag bedürfe.

„Die beabsichtigte Verlagerung der Zuständigkeit für die berufsbildenden Schulen vom Bildungs- ins Wirtschaftsministerium wäre bundesweit einzigartig“, so Ansgar Klinger, im GEW Hauptvorstand für Berufliche Bildung zuständig. „Sie widerspricht in gewisser Weise dem Gedanken der klassischen Dualität beruflicher Bildung, wonach die Schule der betrieblichen Ausbildung in dem Sinne komplementär gegenübertritt, dass sie neben der betrieblichen Ausbildung gerade eine berufsübergreifende und allgemeine Bildung vermittelt, welche sie gegenüber den Verwertungsinteressen der Wirtschaft absichert“, zieht  er das Gutachten heran. Diese beispiellose Aufspaltung führe für Schleswig-Holstein auf Bundesebene  zu  einem erheblichen Repräsentationsproblem in der Kultusministerkonferenz.

Ansgar Klinger: „Bildungsministerin Karin Prien und Wirtschaftsminister Buchholz dürfen dann in Zukunft immer gemeinsam zur Kultusministerkonferenz reisen. Der Wirtschaftsminister vertritt das Land bei Fragen der berufsbildenden Schulen, während die Bildungsministerin weiterhin Repräsentantin für die Angelegenheiten der allgemeinbildenden Schulen bleibt. Und bei Fragen, die alle Schulen betreffen, dürfen sich beide für das Land zu Wort melden.  Selbst wenn man Vertretungs- und Koordinationsmöglichkeiten findet, ist dies mit erheblichem Mehraufwand verbunden und damit völlig unverhältnismäßig.“

An den  aufwendigen Koordinierungsbedarf zwischen den Ministerien knüpft auch Astrid Henke bei ihrer Kritik an: „Alle reden von Bürokratieabbau. Hier wird nun aber gezielt Bürokratieaufbau betrieben. Koordinierungsbedarf, Mehraufwand, inhaltliche Probleme sind vorprogrammiert. Dies betrifft Fachanforderungen und schulaufsichtliche Vorgaben für die zu vergebenden Schulabschlüsse genauso wie sämtliche Erlasse des Bildungsministeriums MBWK zu pädagogischen und schulorganisatorischen Fragen, die allgemein- und berufsbildende Schulen gleichermaßen betreffen.“

 

Info:
Die schleswig-holsteinische Landesregierung will die Berufliche Bildung in einem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) zusammenfassen und die Zuständigkeit für die Gründung eines Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufsbildung (SHIBB) in den Verantwortungsbereich des Wirtschaftsministeriums übertragen. Die GEW hat heute die Vorabfassung des von der Max-Traeger-Stiftung in Auftrag gegebenen Gutachtens „Berufsbildende Schulen steuern. Verfassungs- und organisationsrechtliche Vorgaben für die Ausgestaltung eines Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB)“ (www.gew-sh.de/shibb) vorgestellt. Es gibt klare Auskunft auf die Frage der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit der infrage kommenden Rechtsformen eines SHIBBs und dessen organisatorische Ausgestaltung. Außerdem bewertet es mögliche, letztlich mit dem SHIBB verbundene Zielsetzungen durch den Wechsel der Zuständigkeit vom Bildungs- in das Wirtschaftsressort der Landesregierung.

 

Veranstaltungshinweis der Fachgruppe Berufliche Bildung:

Goldene Zeiten für die berufliche Bildung? Was bringt der Wechsel der Beruflichen Bildung ins Wirtschaftsministerium?

Diskussion mit: Ansgar Klinger (GEW-Hauptvorstand) Astrid Henke (GEW-Landesvorsitzende) Ingo Schlüter (stellv. Vorsitzender DGB Nord)

Termin: 13.09.2018, 16:00 - 18:00 Uhr
Veranstaltungsort: DGB-Haus Neumünster (Carlstr. 7)

 

Großer Erfolg:

A13 für Grundschullehrerinnen - GEW für schnellere Umsetzung


17.04.2018

Bis zum Jahr 2026 sollen die GrundschullehrerInnen in Schleswig-Holstein schrittweise nach A13 bezahlt werden. Für die GEW ist das ein großer Erfolg. Die Umsetzung muss aber schneller über die Bühne gehen.

„Das ist ein großer GEW-Erfolg, aber die Umsetzung muss viel schneller über die Bühne gehen“, sagte die schleswig-holsteinische GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke zu den heute (17.04.2018) vorgestellten Plänen der Landesregierung, Grundschullehrkräfte in Schleswig-Holstein bis 2026 schrittweise nach A13 zu bezahlen.
 

Gleichwertigkeit der Arbeit endlich anerkannt
„Die Arbeit der Lehrkräfte an allen Schulformen ist gleichwertig. Die Ausbildung aller Lehrkräfte ist gleich lang und gleich anspruchsvoll. Die Arbeit einer Grundschullehrerin ist also genauso viel wert wie die eines Gymnasiallehrers. Dass die Landesregierung das jetzt endlich im Grundsatz anerkennt ist ein gewaltiger Fortschritt“, betonte die GEW-Landesvorsitzende. „Darauf können die GEW und alle Kolleginnen und Kollegen stolz sein, die sich seit vielen Jahren mit vielfältigen Aktionen und auf Demonstrationen dafür eingesetzt haben.“
 

Es dauert zu lange – Landesregierung muss nachbessern
Aus Sicht der GEW-Landesvorsitzenden  hat die Sache allerdings noch einen großen Haken: „Die Landesregierung will sich für die Umsetzung viel zu viel Zeit lassen. Acht Jahre bis zum endgültigen Erreichen von A13 geht gar nicht. Dieser lange Zeitraum relativiert die gute Absicht ganz beträchtlich. Keine Grundschullehrerin und kein Grundschullehrer kann sich damit zufrieden geben, so lange zu warten. Da wird die Landesregierung noch nachbessern müssen. Wir werden ihr den erforderlichen Druck machen.“
 

Berlin, Brandenburg und Sachsen können es auch schneller
Astrid Henke wies darauf hin, dass der lange Zeitraum auch insofern unverständlich sei, weil gerade in den kommenden Jahren der Beruf der Grundschullehrerin und der des Grundschullehrers für junge Leute attraktiver gemacht werden müsse. Sonst drohe nämlich ein erheblicher Lehrkräftemangel an den Grundschullehrkräften. „Auch gegenüber Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Sachsen, die schon jetzt oder im kommenden Jahr A13 zahlen, bleibt Schleswig-Holstein dann im Wettbewerb um Grundschullehrerinnen und –lehrer zurück“, befürchtete die GEW-Landesvorsitzende.  

 

 

GEW-Erfolg:
60 Euro mehr für LehramtsanwärterInnen
 

21.03.2018

1,500 LehramtsanwärterInnen in Schleswig-Holstein können sich freuen. Ab Januar 2019 sollen sie vom Land Schleswig-Holstein monatlich 60 Euro mehr bekommen.

 

Zähes Ringen
Mit den LehramtsanwärterInnen freut sich die GEW. Denn die GEW hat der Finanzministerin diesen Erfolg in einem langen und zähen Ringen abgerungen.
 

Erhöhung reicht nicht
Es ist aber nicht mehr als eine wichtige Etappe. Denn reichen tut diese Erhöhung aus Sicht der GEW noch nicht. Schließlich haben LehramtsanwärterInnen ein fünfjähriges Universitätsstudium (Bachelor plus Master) hinter sich. Da ist ein monatliches Einkommen von knapp 1.400 € bis 1.470 € eher dürftig. Allemal, wenn man die Lebenshaltungskosten inklusive hoher Fahrtkosten mit berücksichtigt.  

Größere finanzielle Wertschätzung erforderlich
Ganz klar: LehramtsanwärterInnen verdienen eine größere finanzielle Wertschätzung. Wir erwarten daher mindestens eine Verdoppelung der Steigerung auf 120 €. So ließe sich auch dem Lehrkräftemangel entgegen wirken, der sich an den Schulen immer mehr bemerkbar macht. Der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers scheint zunehmend für viele junge Leute nicht mehr ausreichend attraktiv zu sein. Bei Mangelfächern und im Bereich der Beruflichen Bildung kommt noch hinzu, dass viele AbsolventInnen eines Lehramtsstudiums auch für andere Berufszweige von Interesse sind.
 

Jetzt aktiv werden in der GEW!
Grundsätzlich strebt die GEW übrigens eine Erhöhung der Bezüge für LehramtsanwärterInnen an auf eine Höhe zwischen 1.750 € und 1.992 € (Hälfte der Eingangsbesoldung für fertig ausgebildete Lehrkräfte).Damit die Finanzministerin sich in diese Richtung bewegt, müssen wir uns weiter intensiv einsetzen – mit euch LehramtsanwärterInnen!

Deshalb: Jetzt aktiv werden in der GEW!

 

 

Ihr Kontakt zu Ihrer Gewerkschaft vor Ort 

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Sedanstr. 22

24534 Neumünster

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04321 55 82 575
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04321 25 21 625
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